Die Psychotherapie dient der Behandlung seelischer Erkrankungen und körperlicher Funktionsstörungen, welche in direktem Zusammenhang mit seelischen Konflikten stehen. Psychotherapie behandelt nicht die Symptome, sondern die Ursachen der Störung. In diesem Sinne ist Psychotherapie eine an der Ursache ausgerichtete Behandlungsform. Jede ärztliche Behandlung gelingt nur, wenn der Patient mitarbeitet. Das Minimum dieser Mitarbeit des Patienten bestände darin, die ärztlich verordneten Medikamente regelmäßig einzunehmen. Aber auch ein eher banale Erkrankung, etwa eine Erkältung, kann nicht ausheilen, wenn der Patient nicht selbst mitmacht. Nur das Medikament einnehmen, ist nicht ausreichend. So kann aus einer banalen Erkältung eine schwere Infektionskrankheit werden, wenn man nicht seine Lebensweise vorübergehend der Erkrankung anpasst, sich schont, sich warm hält und gut für sich sorgt. Bei anderen Erkrankungen, etwa beim Diabetes mellitus, der Zuckerkrankheit, geht ohne die Mitarbeit des Patienten gar nichts. Das Ändern der Lebensgewohnheiten, sich Bewegung verschaffen oder sich vernünftig ernähren sind Aktivitäten, welche der Arzt dem Patienten nicht abnehmen kann. Für die Psychotherapie gilt dieses Prinzip der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient noch weit mehr. In der Psychotherapie hat die Eigenverantwortung des Patienten einen noch höheren Anteil und erfordert sehr aktive Mitarbeit des Patienten. Nur er selbst kann seine eingeschliffenen Verhaltensmuster ändern, welche ihn bisher krank gemacht haben. Vergleicht man Psychotherapie mit einer Bergtour, so ist der Arzt in der Psychotherapie der Bergführer, der nur den Weg weisen kann. Gehen muss der Patient selbst. Mit der Zeit lernt der Patient aber soviel über den Berg, dass er dann auch ohne Führer seine Touren machen kann. Psychotherapie ist angezeigt bei folgenden Erkrankungen:

  • Affektive Störungen: depressive Episoden, rezidivierende depressive Störungen, Dysthymie
  • Angststörungen und Zwangsstörungen
  • Somatoforme Störungen und Dissoziative Störungen (Konversionsstörungen)
  • Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen
  • Essstörungen
  • Nichtorganische Schlafstörungen
  • Sexuelle Funktionsstörungen
  • Persönlichkeitsstörungen und Verhaltensstörungen
  • Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend

Im Falle dieser Erkrankungen gehört Psychotherapie zu den Behandlungsformen, welche zum Leistungskatalog der Krankenkassen gehören.